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Wettkampfbericht: Challenge Almere-Amsterdam

Am 12. Juli war nach 135km auf dem Rad Schluss für mich – wie es nun 8 Wochen später, am 12. September lief, könnt ihr nun hier ausführlich lesen.

Der Wecker klingelte wieder um 4 Uhr. Da es im Hotel leider erst ab 5:15 Uhr Frühstück gab, habe ich vorher schon 3 Rosinensemmeln auf dem Zimmer gegessen, da ich laut Plan die letzte „große“ Mahlzeit 3 Stunden vor dem Start essen soll.

Morgens um 6 in dr Wechselzone beim letzten Check
Morgens um 6 in dr Wechselzone beim letzten Check

Um 6 machte dann die Wechselzone auf und ich konnte noch einmal zum Rad und die beiden Wechselbeutel kontrollieren. Da ich am Vortag zur Sicherheit etwas Luft aus den Reifen gelassen hatte, habe ich beide Reifen wieder schön auf 8 Bar aufgepumpt und bin dann meine Wechselbeutel kontrollieren gegangen. Als ich davon retour kam, hörte ich den Knall von einem platzenden Reifen. Da hat wohl einer zu fest aufgepumpt, dachte ich mir. Da ich aus Nervosität immer mindestens 5 mal das Rad kontrolliere, bin ich wieder zum Rad – und schau an, es war mein Hinterrad, das geplatzt ist. Schnell das Laufrad rausgenommen und raus aus der Wechselzone. Andrea hatte ich sowieso mit 2 Ersatzschläuchen ausgestattet und zusammen mit dem Bike-Service war das Laufrad in 5 Minuten wieder einsatzbereit. Danach bin ich noch mindestens 5 mal vor dem Schwimmstart zum Rad und hab den Reifendruck kontrolliert 😉

"Bag Basement"
„Bag Basement“

Start war um 7:30 Uhr. Da das Wasser mit 17 Grad recht frisch war, bin ich so spät wie möglich ins Wasser, um nicht unnötig zu frieren. Da alle knapp 500 Langdistanzler auf einmal gestartet sind, habe ich mich weit hinten einsortiert, um dem Chaos am Start zum entgehen. Aber bei der ersten Wendeboje wurde es trotzdem sehr eng und ich habe ein paar Schläge und Tritte abbekommen, aber im Gegenzug auch ausgeteilt. Danach ging es aber und die 2. der beiden Runden konnte ich recht allein in einem gleichmäßigen Tempo schwimmen.

Der Schwimmstart
Der Schwimmstart

Dann raus aus dem Wasser und ab in das „Bag Basement“ zum Wechseln. Da meine Hände saukalt waren, hatte ich etwas Probleme die Reißverschlussschnur von meinem Neopren zu greifen. Im Bag Basement sah ich wie andere sich diverse Lagen an Kleidung anzogen. Alles Weicheier denk ich mir und ziehe nur meine beiden Ärmlinge über und stürme in meinem nassen Zweiteiler zum Rad.

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Kurz gecheckt, ob der Hinterreifen auch ja noch Luft hat, Sonnenbrille auf, Helm auf, Startnummer um, Rad nehmen und auf gehts. Mein Trainer sagt ja immer, die erste Radrunde muss sich anfühlen wie Kindergeburtstag. Also trat ich mal locker los. Bei 30km hab ich dann mal auf die Uhr geschaut: wow, ein Schnitt von 29,x km/h. Das war schon mal sehr anständig für meine Verhältnisse. Auf dem Deich ging es dann kilometerlang gerade aus am Ijsselmeer entlang. Da nun auch viele der Halbdistanzler mit auf der Radstrecke waren, war es dort recht voll und ich hatte zum Teil Mühe, die 12m Windschattenabstand zum Vordermann zu halten. Andere haben eher ein Teamzeitfahren gemacht.

Nach etwas mehr als 90km auf dem Rad
Nach etwas mehr als 90km auf dem Rad

Auf der Radstrecke gab es vor allem eins: viel Natur. Also kaum Zuschauer und Hotspots. Aber damit hatte ich auch nicht gerechnet. Am Ende der ersten Runde musste man einen kleinen Schlenker fahren und da stand dann Andrea mit Versorgung für den Notfall, aber da war kein Bedarf. Auf der 2. Runde hatte der Wind deutlich zugenommen und es ging nicht mehr ganz so flott voran. Aber ich wollte schon unbedingt den 29er Schnitt halten. Also da wo es gut ging Gas geben. Es wurde dann auch recht einsam. 200m vor mir fuhr irgendwer und irgendwo hinter mir auch irgendwer. Ganz selten wurde noch überholt. Als ich an der 135km-Marke, an der ich in Roth total fertig auf dem Gehsteig lag, vorbei war, konnte an diesem Tag nix mehr schief gehen. Die letzten 20km ging es dann mit Rückenwind in die Wechselzone und von dort flott weiter auf die Laufstrecke.

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Ich bin recht schnell in einen guten Rythmus gelaufen und die Beine haben sich super angefühlt. Die erste 7km-Runde um den See lief ich  mit einem Schnitt von 9,8 km/h doch etwas zu schnell, also mal Tempo rausnehmen. Als ich am Ende der ersten Runde am Ziel vorbei lief, war gerade die Flower Ceremony für die Männer. Es wurde die deutsche Hymne für Markus Fachbach gespielt. Die zweite Runde ging auch noch recht gut, aber auf der dritten wurde es dann langsam schwer. Die Hüftbeuger machten sich bemerkbar und die Waden auch. Ok, dann fange ich mal an und gehe an den Verpflegungsstellen und versuche mit etwas Cola wieder Schwung ins Getriebe zu bringen. Irgendwann war dann auch die dritte Runde geschafft. Und da wieder das selbe: es wurde unsere Hymne gespielt. Also auch bei den Frauen eine deutsche Siegerin.

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Die vierte Runde hat mir keine wirkliche Freude bereitet: es tat ziemlich viel weh, es war am Regnen, es wurde entlang und auf der Laufstrecke immer leerer. Aber: ich war nicht der langsamste und konnte noch den ein oder anderen überholen. Bei der 5. Runde stieg die Stimmung dann wieder und auf der 6. und letzten Runde kommt dann ja eh der magische 40. Kilometer. Ab da gehts ja von selbst. Es war zwar weiterhin sehr hart, aber ich bin schön langsam weiter gelaufen. Andrea stand an der Laufstrecke an verschiedenen Stellen und hat mich mit Koffeingels und Salztabletten gut verpflegt und angefeuert. Die letzten 500m gingen dann wie von selbst, es wurde auch immer lauter, die Stimmung im Ziel schien super zu sein. Und nachdem ich fünfmal am Ziel vorbeilaufen musst, durfte ich jetzt endlich links abbiegen.

Geschafft!

Endlich war ich im Ziel und auf der Tribüne wartete der „Huge Kiss“ auf mich 🙂

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Direkt hinter dem Ziel gab es dann erstmal Lakritz (Yay!), Weingummi und Cracker. Nachdem sich der Körper nach einer Gemüsesuppe etwas gefangen hatte, ging dann auch wieder richtig gescheite Nahrung in Form von Pommes und Würstl. Es ist nicht so einfach irgendwas zu finden, was man da gerade so essen und trinken mag. Wasser schmeckte nicht, Cola hatte ich schon zu viel, Saft war auch doof. Am Ende wars dann Fanta und im Hotel gab es dann noch Hendl-Teile vom KFC 🙂

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Fazit: Ich bin okay geschwommen, super Rad gefahren, so lala gelaufen, war schneller als in Kopenhagen (man kann die Zeiten aber schwer vergleichen) und habe das DNF von Roth überwunden.

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Die Zeiten im Einzelnen:

Schwimmen: 01:16:48
Radfahren: 06:15:41
Laufen: 05:04:14
Gesamt: 12:47:29

Wettkampfbericht: Rothsee Triathlon

Nach 2012 und 2013 war ich dieses Jahr zum dritten Mal am Rothsee – so oft habe ich noch keinen anderen Wettkampf gemacht. Zum einen ist der Wettkampf top organisiert, die Strecke ist schön, aber nicht ohne und es ist alles nicht so weit weg.

Um 6:15 klingelte also der Wecker. Dann fix duschen, alles zusammen packen, das Auto beladen und dann um kurz nach 7 frühstücken. Die letzte große Mahlzeit gibts normalerweise immer 3h vor dem Start. Um kurz vor 8 waren wir dann am Rothsee (Mittelfranken), ich habe mein Rad in die Wechselzone gebracht und alles eingerichtet.

Das Rad in der Wechselzone
Das Rad in der Wechselzone

Um 8:15 war dann die offizielle Wettkampfbesprechung und um 9 Uhr der Start der ersten Startgruppe. Da ich aber erst in Startgruppe 8 war und die erst um 9:50 gestartet ist, hatte ich noch genug Zeit mich in Ruhe in der Dixi-Schlange anzustellen, ohne Stress den Neopren anzuziehen und mich einzuschwimmen.

Los geht's
Los geht’s

Bis zur ersten Wendeboje lief auf alles gut, aber dann wurde es schwierig. Ich bin irgendwie nie so gut orientiert im Wasser und hatte echt Probleme die nächste Boje auszumachen, zu der ich schwimmen musste. Auch dann beim Weg zurück zum Ufer hab ich nicht so genau gesehen, an welcher Stelle es genau aus dem Wasser geht. Im Kanal in Roth ist es dann Gott-sei-Dank deutlich einfacher.

Wo ist mein Wechselbeutel???
Wo ist mein Wechselbeutel???

Aus dem Wasser raus musste ich dann meinen Wechselbeutel aufnehmen, um dort den Neopren etc. reinzupacken. Ich hatte mir vorher genau eingeprägt wo er lag, direkt hinter dem weißen Schild. Aber da lag er nicht mehr. Andrea hat zwar ganz laut gerufen, dass er direkt vor dem Schild liegt, aber das habe ich mit meinen Anti-Wasser-ins-Ohr-Ohrstöpseln nicht gehört. Der Helfer hat ihn dann aber irgendwann gefunden.

Aus der Wechselzone raus und ab aufs Rad
Aus der Wechselzone raus und ab aufs Rad

Dann den Neo aus, in den Beutel und ab zum Rad. Das hat dann zumindest alles gut geklappt. Insgesamt war das Radfahren sehr gut. Mir ging es primär darum, jetzt noch mal ein wenig in einem dickeren Gang und in der Aeroposition zu fahren. Der Wettkampf war auch noch mal ein letzter Test mit den Gels und Riegeln von 32Gi. Insgesamt verlief das Radfahren ohne Probleme.

Kurz vor dem Ende der Radstrecke schon mal die Schuhe auf machen
Kurz vor dem Ende der Radstrecke schon mal die Schuhe auf machen

Der Wechsel vom Rad zum Laufen hat dann super funktioniert. Jetzt nur noch 2 Runden á 5km Laufen. Auf dem Rad habe ich es nicht so warm empfunden, aber beim Lauf war es dann schon etwas zu spüren. Die erste Runde war auch etwas zach und die Beine noch nicht so in Schwung. Auf der zweiten Runde war es dann deutlich besser.

Am Anfang der zweiten Laufrunde
Am Anfang der zweiten Laufrunde

Die Runde bin ich dann gut durchgelaufen und dann ging es ab in den Zielkanal. Doch vor dem Ziel war dann Stau, da vor mit 2 Staffeln mit je 3 Leuten und davor noch ein Starter mit 2 Kindern war. Nicht so toll.

Stau vor dem Ziel
Stau vor dem Ziel

Alles in allem war es aber ein guter Wettkampf und zum Üben für den großen Auftritt in Roth top.

Die Zeiten im Einzelnen:
1,5km Schwimmen: 00:30:52
42km Rad: 1:29:04 (inkl. Wechsel Schwimmen Rad und Rad Laufen)
10km Lauf: 00:52:27
Gesamt: 2:52:23

Achja. Und was macht Andrea die ganze Zeit so während ich da unterwegs bin und sie gerade keine Fotos von mir macht?
Richtig. Interviews. Und diesmal mit diesem sympathischen Herren:

Felix Walchshöfer
Felix Walchshöfer, Leiter der Challenge Roth

Das komplette Video-Interview gibt es dann demnächst hier im Blog.

Training KW26: Ruhe- und Wettkampfwoche

Nach den Intensiven letzten Wochen ging es diese Woche etwas ruhiger zu, wobei dann am Sonntag mit dem Rothsee Triathlon der zweite Triathlon in diesem Jahr auf dem Programm stand. Etwas ungewohnt war, dass diese Woche jeden Tag etwas auf dem Plan stand und ich an keinem Tag so richtig frei hatte. Und ich muss auch sagen, dass ich eigentlich auch bis Samstag recht müde war und die Arme und Beine sich nicht so angefühlt haben, als ob sie am Wochenende einen guten Wettkampf machen könnten.

Kurzer Test der Wassertemperatur am Samstag im Rothsee
Kurzer Test der Wassertemperatur am Samstag im Rothsee

Aber am Samstag sind Andrea und ich dann doch guter Dinge zum Rothsee Triathlon aufgebrochen. Nachdem wir in den Vorjahren immer in Allersberg gewohnt haben, haben wir diesmal ein Hotel in Hilpoltstein gebucht, um etwas kürzere Wege haben. Gegen 18 Uhr sind wir dann zum See gefahren, um uns kurz einen Überblick zu verschaffen und die Startnummer abzuholen. Auf dem Bild oben sieht man schon ganz gut die Regenwolken, die genau dann angefangen haben, als ich in der Schlange bei den Startnummern stand.

Das Ende der Schwimmstrecke
Das Ende der Schwimmstrecke

Nach dem das auch erledigt war, ging es noch kurz zum Essen und dann ins Hotel die letzten Sachen für den Wettkampf vorzubereiten. Und nach einer Nacht mit zu wenig und schlechtem Schlaf klingelte dann um 6:15 auch schon wieder der Wecker ….

Aber wie es danach weiter ging und was Andrea so macht, während ich im Wasser, auf dem Rad und in den Laufschuhen unterwegs bin, das gibt in den kommenden Tagen 🙂

Die Woche in Zahlen:

Montag 45min Schwimmen
Dienstag 1:00h Rad
30min Stabi + Dehnen
Mittwoch 50min Laufen
30min Stabi & Dehnen
Donnerstag 0:45h Rad
0:30h Schwimmen
Freitag 20min Schwimmen
Samstag 0:45h Rad
15min Lauf
Sonntag ca. 3h Rothsee Triathlon
Summe ca. 9:40h

 

Von wegen „nur zuschauen“

Zuschauen bei einem Triathlon ist recht anstrengend. Das hat Jens dieses Jahr bei der Challenge Roth gesehen. Wie so ein Tag „Zuschauen“ bzw. als Begleitperson ausschaut, will ich euch anhand des Ironman Copenhagen letztes Jahr erzählen. Dass da viel los ist, sieht man schon an der Länge des Blog-Beitrag 😉

Ironman Kopenhagen 2013 137

Der Wecker läutet um 4.00 Uhr – sowohl für Jens als auch für mich. (Und ja, wie Jens am Vorabend versprochen beeile ich mich im Bad, beim Anziehen usw. 😉 )

Danach Frühstück. Man sieht die anderen Athleten und Begleiter. Alle noch müde, alle lächeln einen an, als würde man sich kennen. Alle ein wenig aufgeregt. Freude, Spannung,  Beeilung …  noch den Rucksack mit allem möglichen Notwendigen für den Tag schnappen und ab Richtung Start. Das ist an diesem frühen Morgen in Kopenhagen gar nicht so einfach. Kein Bus, keine U-Bahn usw kommen wie geplant, aber am Ende geht sich ja eh immer alles aus.

Jens ist mit umziehen, aufwärmen und in der Kloschlange stehen beschäftigt – ich stehe einfach nur und schaue …  Einerseits die Ruhe des Morgens, des Meeres. Andererseits die Euphorie und Anspannung am Start. Die Atmosphäre einsaugen, die Aufregung spüren, die Vorfreude teilen. Fast Kronprinz Frederik im Neopren übersehen. Und da ist auch die österreichische Profiathletin Eva Wutti – wow. Ich stehe einfach nur und schaue.
Dann wirds ernst. Jens gibt mir seine letzten Sachen und schon fällt sein Startschuss. Da ich ihn im Wasser vor lauter gleichen Badekappen eh nicht mehr sehen kann, mache ich mich auf den Weg zur Radstrecke. Kurz seine Eltern anrufen, die jetzt zur Schwimmstrecke kommen und ihn in der Wechselzone anfeuern wollen.

Tage davor hab ich mir schon die Streckenpläne angeschaut und überlegt, wo wohl die besten Wartepunkte sind. Nein, Jens braucht mich nicht an der Radstrecke, aber irgendwie hilft es ihm sicher und mir auch – wenn ich sehe, dass es ihm gut geht.
Also mit der U- und S-Bahn quer durch Kopenhagen weit raus aufs Land. Dort komme ich mitten im Nirgendwo an: eine schöne Küstenstraße, ein paar tolle Villen, sonst nichts. Ich warte also und irgendwann kommt er daher – ein paar Augenblicke und schon ist er vorbeigezischt.
Jetzt hab ich ungefähr zwei Stunden Zeit, bis er das 2. Mal vorbei kommt und ich kann derweil gemütlich frühstücken. Entlang der Strecke viele Fans mit Transparenten und Jausenkörben – sie haben auch einen längeren Tag vor sich. Irgendwo finde ich dann mehr Tankstelle als Café, aber immerhin Cappucino und Croissant mit Blick auf die Radstrecke.Ironman Frühstück
So, nachdem Jens ein zweites Mal vorbei gezischt ist und mich nach wie vor angelächelt hat, kann ich beruhigt in die Stadt fahren. Immer wieder auf der Ironman-Website nachschauen, wie weit er ist bzw. via Twitter und SMS den Zwischenstand durchgeben an die mitfiebernde Familie und Freunde . Gar nicht so unanstrengend.

Mittlerweile ist es nach Mittag. Jens ist schon über 7 Stunden unterwegs. In der Stadt komme ich bei Regen und will zuerst etwas essen. Und kurz hinsetzen. In dem Kellerlokal habe ich keinen Handyempfang. Als ich raus komme, regnet es noch immer. Und jede Menge Nachrichten von Schwestern und Freunden, was mit Jens los ist. Nach ca. 100 km der Radstrecke gibt es jetzt länger keine neue Zwischenzeit von ihm auf der Ironman-Website. Okay, jetzt mal alle beruhigen und am meisten mich selbst. Wird sicher nur ein Computerproblem sein … und dann, nach einer gefühlten Ewigkeit ist wieder eine Zwischenzeit da. Also ein Computerproblem. Aber da hab ich dann kurz mal geschwitzt. Welche Gedanken da einem innerhalb weniger Minuten kommen können …

Ab zur 2. Wechselzone und mit den anderen beiden Fans (Jens Eltern) zusammentelefonieren. Und da stehen wir im Regen und warten, bis er da ist. Dank meiner österreichisch-bayrischen Fahne sind wir immer von Weitem gut erkennbar.

So, und jetzt auf die Laufstrecke. Da muss er 4 x die gleiche Strecke hin- und retour laufen. Wir positionieren uns am vereinbarten Platz, ich mit diversen Gels und Riegeln in der Hand. Für alle Eventualitäten gerüstet. Alles da, was er brauchen könnte. So, er läuft das erste Mal vorbei, die Straßenseite wechseln, eine HALBE Stunde später läuft er von der anderen RIchtung vorbei, wieder rüber, … Hauptsache er lächelt noch und läuft noch! Da sieht man dann divsere Athleten in verschiedenseten Fitness-Zuständen. Und immer wieder Kronprinz Frederik. 🙂
Jens läuft zum 6. Mal vorbei und will plötzlich Bonbons. (Danach erklärt er uns, dass sein Mund so trocken war, er aber nichts mehr trinken konnte.) Bis er das nächste Mal vorbei kommt, finden wir tatsächlich irgendwo ganz unten in einer unserer Taschen Zuckerl. So, er ist das 7. Mal vorbei, hat seine Zuckerl und wir beeilen uns zur Finishline. Und dort …Ironman Kopenhagen 2013 118

Ich werde fast umgehauen von der Stimmung im Zielstadion – unglaublich. Atemberaubend. Ach so, deshalb macht man sowas! Da spür ich dann auch nicht mehr meine müden Füße, den vom Rucksack verspannten Rücken und die Müdigkeit nach über 12 Stunden auf den Beinen. Und da ist Jens – auf der Zielgeraden! Jetzt jubeln alle nur wegen ihm 🙂  Und er hat es geschafft! Er ist ein Ironman!

Danach dauert es noch eine Ewigkeit, bis er nach Dusche und Umziehen und erster Stärkung endlich rauskommt. Man will sich soviel erzählen, er hat soviel erlebt. Ich auch. Aber eigentlich ist es fast Mitternacht und man ist einfach nur müde. Auch ich, obwohl ich ja „nur zugeschaut“ habe.Ironman Kopenhagen 2013 139

18.08.2013

Genau 1 Jahr ist es nun her. Am 18.08.2013 habe ich in 12:49:37 meine erste Langdistanz gefinished. Den Wettkampfbericht von damals gibt es hier zum nachlesen.

Hier gibt es noch ein paar Bilder vom Wettkampf: