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Lauf, Marty, lauf!

In unserer deutsch-österreichischen Großfamilie bin ich nicht der einzige, der sportlich unterwegs ist. Die eine Schwester von Andrea, die Elisabeth, ist mit Anti-Gravity-Yoga eher etwas ausgefallener unterwegs und die andere, die Martina, läuft. Nachdem Martina in den letzten Jahren schon in Wien und Graz beim Marathon die Staffel gelaufen ist, hat sie sich heuer als neue Herausforderung für den Halbmarathon beim Vienna City Marathon angemeldet. Morgen ist es soweit.

Die Startnummer für morgen
Die Startnummer ist schon abgeholt

Martina, auch wenn das Knie Probleme machen könnte, auch wenn du nicht weißt, ob du mehr als 20 km Laufen schaffen wirst, weil du es noch nie gemacht hast, auch wenn dich persönlich an der Strecke niemand anfeuern oder im Ziel empfangen wird – du stellst dich der Herausforderung. Du wirst morgen an der Startlinie stehen und das ist eigentlich schon der größte Sieg.

Bei der Challenge Walchsee 2012 (1,9 km Schwimmen, 90 km Radeln, 21 km Laufen (ja, Halbmarathon!) war ich ganz allein beim Wettkampf. Niemand, der mir vor dem Start auf die Schulter geklopft hat. Keiner, der an der Strecke gewartet und angefeuert hat, als die Motivation mal unten war und lauter Fremde, die beim Zieleinlauf gejubelt haben.

Kurz vor dem Start kam die Sonne raus, das Wetter war perfekt. Wie es auch morgen in Wien sein soll.

Ich kannte die Strecke sehr gut – so wie du morgen in Wien. Du weißt, welche Sehenswürdigkeit als nächstes kommt. Beim Motivationstief denk an die nächste Sehenswürdigkeit und lauf dort hin. Und dann zur nächsten und dann zur nächsten. Denk nicht ans Ziel, das erst irgendwo ist.

Challenge Walchsee 2012
Challenge Walchsee 2012

Die Leute, die an der Strecke stehen, kennst du nicht. Aber sie jubeln dir zu und beneiden dich, denn sie trauen sich das nicht zu. Auch wenn Andrea und ich und viele andere Freunde nicht vor Ort sein können, fiebern wir vor dem Computer mit und feuern dich an.

Und wenn am Ende irgendwann doch das Knie nicht will oder sonst was, du hast dich der Herausforderung gestellt! Gratuliere jetzt schon!

Die Challenge Walchsee war mein bester Wettkampf überhaupt. Danach hab ich beschlossen, meine erste Langdistanz zu probieren …

Der innere Schweinehund

Andrea hat vorgeschlagen, mal was zum Thema „Innerer Schweinehund“ zu schreiben. Sie hat immer wieder mit mit ihm zu kämpfen und manchmal gewinnt er auch.

Zu warm, zu kalt, es regnet, ich hab zu viel gegessen, die Trainingseinheit ist doof usw. usf. Kennt ihr, oder? Ich nicht! Man wird ja auch nicht einfach so ein Ironman. 😉

Ich mache gern mein Training, egal was und bei jedem Wetter! Denn es ist eine phantastische Möglichkeit andere Sachen einfach nicht zu machen. „Du Jens, ich brauch eine neue Hose, gehen wir shoppen?“ „Leider nein Schatz, ich hab am Nachmittag noch den langen Lauf …“ oder „Du Schatz, mit der Arbeit und dem vielen Training hab ich es leider nicht mehr geschafft die Wäsche zu waschen und das Wohnzimmer aufzuräumen.“ – Eine super Sache ist das.

Auch bei schlechtem Wetter wird trainiert
Auch bei schlechtem Wetter wird trainiert

Spass beiseite. Es fällt mir wirklich nicht so schwer mich für das Training zu motivieren, ich weiss ja genau wofür es ist. Am 12. Juli 2015 ist die Challenge Roth, ich habe mich dafür angemeldet und auch genau gewusst, was da an Training auf mich zu kommt (so ca. 500 Stunden). Und jede Stunde, die ich jetzt gescheit trainiere, hilft mir am Wettkampftag gut ins Ziel zu kommen. Wenn ich so manche Einheit im Trainingsplan lese, denk ich mir hin und wieder auch, dass das wohl recht zach wird. Meistens irre ich mich aber und freue mich nachher, dass es so gut gelaufen ist. Und wenn wirklich mal keine Lust da ist, dann hat bisher immer das Video geholfen.

Mit einem gescheiten Ziel bzw. einer Herausforderung und der nötigen Vorfreude ist der alte Schweinehund gar nicht so ein Problem. Schatz, 5km beim Silvesterlauf sind vielleicht einfach ein zu kleines Ziel.  😉