Wettkampfbericht: Challenge Roth

Am Sonntag klingelte der Wecker dann um 4 Uhr. Aufstehen, kurz unter die Dusche und ab zum Frühstück im Hotel. Um 5 Uhr sind wir dann in Richtung Schwimmstart losgefahren. Und das war garnicht so einfach, denn auf den letzten 4km war Stau – wir waren halt nicht die einzigen die dorthin wollten. Aber um kurz nach 6 war ich dann in der 1. Wechselzone, habe meinen Wechselbeutel platziert, die Reifen vom Rad nochmal aufgepumpt und die Ernährung platziert. Danach hatte ich knapp noch 1h Zeit bis zu meinem Start um 8:05h. Ja was macht man in der 1h? Man rennt halt immer mal wieder zum Rad, schaut ob wirklich alles da ist und die Reifen auch ja nicht platt sind und man geht dann und wann aufs Dixi. So ist das eben, wenn man nervös ist und sonst nix mehr zu tun hat.

Der Schwimmstart
Der Schwimmstart

Um kurz vor 8 habe ich mir dann meinen Neopren angezogen und bin in den Startbereich gegangen. Um 8 Uhr konnten wir dann ins Wasser und 5 Minuten später ging es los. Die ersten 1200m war es schon sehr eng und ich hab auch den ein oder anderen Schlag und Tritt abbekommen – die anderen aber im Gegenzug auch von mir. So ist das halt beim Schwimmstart. Nach der ersten Wende bei knapp 1500m konnte ich dann gut mein Ding schwimmen und kam ohne größere Probleme nach weiteren ca. 1900m zur 2. Wende. Danach waren es nur noch wenige 100m bis zum Schwimmausstieg. Da wurde es auch noch mal etwas eng, aber ich bin gut aus dem Wasser gekommen. Schnell den Wechselbeutel aufgenommen, ins Zelt gelaufen, den Neo ausgezogen, die Ärmlinge gegen die Sonne aus dem Beutel genommen und auf zum Rad. In meinem Bereich der Wechselzone standen noch recht viele Räder und das gab mir das gute Gefühl in meiner Gruppe garnicht so schlecht geschwommen zu sein. Mit 1:17h war die Zeit zwar nicht überragend, aber okay.

Und ab aufs Rad
Und ab aufs Rad

Auf dem Rad ging es dann auch echt gut los. Die ersten 35km gingen wie von selbst, aber das war auch der schnelle und einfache Teil der Radstrecke. Kurz vor km40 kommt dann der Kalvarienberg in Greding. Bekannt ist ja eigentlich der Solarer Berg mit der tollen Stimmung, aber der schlimmere ist der Kalvarienberg. Der ist deutlich länger und hat bis zu 10% Steigung. Hier standen auch meine Eltern, um mich zu supporten. Den Berg bin ich dann auch ganz gut hochgekommen. Aber danach fing es dann langsam an nicht mehr so gut zu laufen. Der Magen verlangte nach Essen. Also habe ich angefangen Riegel zu Essen, damit der Magen was zu tun bekommt. Bis dahin hatte ich nur Gels und Kohlehydrat-Drinks zu mir genommen. So langsam wurde es dann auch warm und ich habe angefangen, mich mit Wasser zu kühlen. Immer über den Kopf, den Rücken und über die Ärmlinge.

Am Kalvarienberg
Am Kalvarienberg

Nach dem Berg ging es dann eher wellig weiter, meine Beine wurden schwerer und der untere Rücken begann zu schmerzen. Ich hatte das Gefühl, dass nichts, was ich dem Körper zuführe mehr in den Beinen ankommt. Aber ich bin weiter gefahren, weil zum legendären Solarer Berg war es ja nicht mehr so weit und ich hatte gehofft, dass es die super Stimmung da schon wieder richtet.

Das 1. und auch leider letzte Mal am Solarer Berg
Das 1. und auch leider letzte Mal am Solarer Berg

Es war für mich dann aber leider schon keine richtige Freude mehr den Solarer Berg hinauf zu fahren, auch wenn Andrea und meine Schwester dort standen. Aber immerhin hab ich das nun auch mal gemacht. Danach wird die Strecke wieder flacher und einfacher. Aber es kam weiterhin nix in den Beinen an und mit den Rückenproblemen konnte ich auch nur noch sehr aufrecht auf dem Rad sitzen. Bei Gegenwind ist das schon eher blöd. Aber ich bin einfach weitergefahren in der Hoffnung, dass das schon noch wird. Irgendwann kam ich dann auch zu km120 und es ging das 2. Mal den Kalvarienberg hinauf. Und das war schon hart, aber auch das habe ich geschafft. Nur danach ging es noch langsamer weiter.

Es geht immer langsamer
Es geht immer langsamer

Irgendwann hab ich dann noch 2 Salztabletten eingeworfen und das hat meinem Magen dann nicht mehr gefallen. Es kam so ein Würgereiz, als ob ich mich übergeben müsste und ich habe kurz angehalten, damit halt alles raus kann, was raus muss. Allerdings kam dann doch nix. Aber mir wurde etwas schummrig, weil der Kreislauf nicht mehr so wollte.

Ich stand also keine 30 Sekunden neben der Strecke, da kam auch schon der erste Helfer vom einem Streckenposten (der war knapp 50m weiter) angelaufen und fragte, ob alles ok ist und ob ich nicht erstmal mit vor komme wolle, um was kaltes zu trinken und mich in den Schatten zu setzen. Er fragte mich auch, ob ich aussteigen wolle, was ich aber erstmal verneinte. Ich bin aber mitgegangen und da saßen schon 4 weitere Athleten, die bereits ausgestiegen waren. Ich habe mir erstmal eine Cola genommen und mich auf den Bürgersteig gelegt. Als es mir aber nach 15min nicht deutlich besser ging, habe ich dann die bittere Entscheidung getroffen auszusteigen und das Rennen aufzugeben.

Das war schon eine der schwersten Entscheidungen in meinem Leben. 1 Jahr Vorbereitung, fast 500 Stunden Training, kaum Familien und Freunde gesehen und auch schon ein paar Euros, die da in dieses Projekt geflossen sind und dann das. Man liegt auf dem Bürgersteig bei km135 und es geht nix mehr. Darauf war ich nicht vorbereitet.

Die Helfer an dem Streckenposten haben sich aber sehr gut und nett um uns gekümmert und wir sind dann auch irgendwann allesamt mit unseren Rädern zurück nach Roth gefahren worden. Von dort habe ich dann Andrea und meine Eltern informiert, dass ich aufgeben musste und gegen 17 Uhr haben sie mich dann eingesammelt und es ging retour ins Hotel.

Aber das war gestern. Es ist wie es ist, es hat nicht sollen sein. Aber wir blicken nach vorne und vielleicht gibt es ja noch einen Plan B 😉

Ich möchte mich noch herzlich bei allen bedanken, die mich in diesem Jahr unterstützt haben:
Andrea, meinen Eltern, meiner Schwester und der restlichen Familie, der Familie von Andrea, meinem Trainer Matthias, meinen Chefs & Kollegen, comSysto & dem Kunden, der mir sehr flexible Arbeitszeiten ermöglicht, den Lesern dieses Blogs und allen die auf den diversen Kanälen (Facebook, Twitter, G+, usw. usf.) mitgefiebert haben. Vielen Dank euch allen!

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